Ort: Loos-Räume der Wienbibliothek im Rathaus, Bartensteingasse 9, 1. Stock
Kleiner Buchsalon II: Formen und Formate des biographischen Schreibens
Liebe Kolleg*innen,
vor inzwischen 15 Jahren wurde das Netzwerk Biographieforschung begründet, um Forscher*innen unterschiedlicher Disziplinen zu offenen Gesprächen über die Biographie als Konzept, Forschungsperspektive und Genre zusammenzubringen. Wir waren seither nicht nur bei einer Reihe von Institutionen zu Gast, sondern haben auch unterschiedliche Formate der Präsentation und Diskussion von biographischen Theorien und Projekten erkundet.
In einem frühen Workshops des Netzwerks im Jahr 2014 stellten wir einander in einem „kleinen Buchsalon" Formen und Formate des biographischen Schreibens vor und kamen dazu ins Gespräch. Da viele diesen Buchsalon als sehr anregend und produktiv empfanden und wir uns in den letzten Jahren immer wieder gern daran zurückerinnerten, wollen wir endlich eine zweite Auflage angehen.
Ausgangspunkt war damals die uns allen gemeinsame Frage: Wie halten wir es mit dem biographischen Schreiben? Können und wollen oder auch sollen und müssen wir eine Biographie derer verfassen, mit deren
biographischen Äußerungen wir arbeiten? Abseits der unterschiedlichen Perspektiven und Zugänge, Methoden und Theorien des hochdifferenzierten Forschungsfeldes Biographie - die wir ja ständig miteinander ausloten - wollen wir uns der Frage des biographischen Schreibens erneut über
Lektüreeindrücke nähern. In kurzen mündlichen Rezensionen sollen Bücher vorgestellt werden, die für die Einzelnen in der Reflexion des biographischen Schreibens von besonderer Bedeutung sind - Werke die wir
besonders gerne gelesen haben, die unser eigenes Forschen und Schreiben geprägt oder die die Grenzen des Biographischen für uns verschoben haben. Über die gemeinsame Diskussion dieser Werke und Lektüren
möchten wir uns der Frage nach den Formen und Formaten unseres - immer auch biographischen - Schreibens nähern.
Wir laden alle am Netzwerk Biographieforschung Beteiligten und auch andere Interessierte herzlich zu einer solchen, gerne auch impressionistischen Kurzrezension (von etwa 10 Minuten) ein; nicht nur an einschlägig wissenschaftliche Werke ist da gedacht, sondern auch an die ganze Bandbreite der Publizistik, sowohl an relativ aktuelle Beispiele wie auch an Funde aus der Vergangenheit.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 18. Mai 2026 und kurze Meldung des Titels, der mitgebracht wird, an katharina.prager@wien.gv.at.
Mit herzlichen Grüßen
Johanna Gehmacher und Katharina Prager
Programm:
9:15 – 10:45 (Moderation Katharina Prager)
1 Spitaler, Georg: Clare Hemmings, Considering Emma Goldman. Feminist Political Ambivalence and the Imaginative Archive (Durham/London 2018)
2 Messinger, Irene: Ina Markova, Tilly Spiegel (Wien/Hamburg 2019)
3 Obert, Simon: Matthias Schmidt, Fritz Kreisler. Ein Theater der Erinnerung (München 2022)
4 Winter, René: Mein Leben Teil 2 (Angelika Levi, D 2003, 88 Minuten)
5 Schnicke, Falko: Craig Brown, A Voyage around the Queen (London 2024)
Diskussion
11:15 – 12:45 (Moderation Johanna Gehmacher)
6 Dawson, Julie: Laurel Thatcher Ulrich, A Midwife's Tale: The Life of Martha Ballard based on her diary 1785-1812 (New York 1990)
7 Malleier, Elisabeth: Ingrid Strobl: Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich (Hamburg 2020) und Ingrid Strobl: Anna und das Anderle. Eine Recherche (Frankfurt/M. 1995)
8 Herbe, Sarah: Marie Jahoda, Rekonstruktionen meiner Leben (Hamburg 2024)
9 Wabl, Elisabeth: Didier Eribon, Gesellschaft als Urteil. Klassen, Identitäten, Wege. (Berlin 2017 (Paris 2013))
10 Pfeffer, Clemens: Didier Eribon, Michel Foucault. Eine Biographie (Frankfurt/M. 1991 (Paris 1989))
Diskussion
12:45 – 13:00 Ausblick
Weitere Mitdiskutierende: Evelyn Adunka, Irene Bandhauer-Schöffmann, Monika Bernold, Gabriella Hauch, Bettina Dausien und Alexandra Rausch,...
